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Die Kirche von Holler

 

Die Kirche in Holler ist Christus dem Erlöser geweiht (Christus-Salvator). Der erste Patron ist der Heilige Thomas. 

 

Die Kirche von Holler ist die interessanteste und vollkommenste der alten Dorfkirchen unserer Ardennen. Mit ihrer klaren Masse die Dorfhäuser beherrschend, verwirklicht sie diskrete, ausdrucksvolle und etwas raue Einfachheit, was ja auch die ernste Schönheit dieses Landstrichs ausmacht.

 

Das Äußere der Kirche stellt ein malerisches Ganzes dar, gleichzeitig einladend und ernsthaft. Dieses Merkmal ist vorab dem Turm zuzuschreiben, uralte Bauform, quadratisch und gedrungen, dazu geschaffen, den Stürmen zu widerstehen, die diese Hochebene durchfegen. Der Turm ist der klassische Typ des lothringischen Glockenturms romanischer Epoche.

 

Diese Kirchen wurden Ende des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut. Später war der Glockenturm nicht mehr über dem Chor erbaut, sondern meist an der westlichen Fassade. Somit würde die Holler Kirche in den Anfang des 13. Jahrhunderts hineinreichen, oder vielmehr: es stand zu der Zeit, an demselben Platz ein erstes Kultgebäude, dessen Disposition einen späteren Bau bestimmte.

 

Das Äußere der Kirche lässt die architektonische Schönheit des Innern nicht vermuten.

 

Die Skulpturen in Holler bezeugen ziemlich klar den romanischen Charakter des 12. Jahrhunderts. Die Gotik wird solche Motive an weniger sichtbare Stellen verdrängen, so ans Chorgestühl oder an Kranzleisten. Also müssen wir wahrscheinlich annehmen, dass diese romanische Dekoration dem heutigen spitzbogenförmigen Gebäude vorausgeht. Gab es in Holler eine erste, romanische Kirche?

 

Holler ist ein sehr altes Dorf. Dokumente sprechen schon 893 vom Dorf „Hunlar", das der mächtigen Eifeler Abtei Prüm angehörte und das eine Niederlassung von einiger Wichtigkeit war. In Holler wurden Abgaben zusammengebracht und versammelten sich die Pächter und Verwalter der Umgebung bis nach Bastnach und Houffalize. Es ist also möglich, dass schon damals, zur romanischen Zeit, in Holler eine Kirche stand, gebaut von der Abtei. Übrigens ist die Holler Kirche dem Christus-Salvator geweiht, genauso wie die Abteikirche in Prüm. Dieser Titel wurde besonders zur merowingischen und karolingischen Zeit gebraucht.

 

In den Skulpturen in Holler stellt man sogar den direkten künstlerischen Einfluss von Prüm fest, durch die eindeutige Ähnlichkeit der Masken in Holler mit der Dekoration eines Kapitells in Prüm aus dem 12. Jahrhundert.

 

Wahrscheinlich wurde also die heutige Kirche in Holler wieder erbaut an der Stelle, nach dem Plan und mit den Materialien einer früheren romanischen Kirche, von der man besonders die Kapitelle bewahrte und die Säulen. So wie diese Kirche sich uns heute darbietet, stellt sie ein einmaliges Denkmal in der ganzen Gegend dar, eine Mischung von Romantik und Gotik, bemerkenswert wegen der Bauproportionen und der Verschiedenheit der Skulpturen.

 

(aus: bihob 1971-1981, Artikel von Prof. J.-P. FRANCK)

 

Seelsorger der Pfarrei Holler ist Pfarrer Michel Meyer.

 

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