Geschichte vom Museum "A Schiewesch"


 

"Op der Schiefricht" um 1600

Die Entstehungszeit des ersten Teiles, (Scheune mit untergebautem Schafstall) liegt im 15ten Jahrhundert. Das damalige Gebäude diente nur als Schäferei, im lokalen Luxemburger Platt als „Schiefricht“ bezeichnet. Da diese Schäferei etwas in einen Hügel hinein gebaut war, konnte die überlagerte Scheunentenne leicht über diesen Hügel mit Erntegütern gefüllt werden.

Sowie es allerorts eine Brunnengasse gab, so hieß dieser kleine Ortsteil ganz einfach: „Op der Schiefricht“. Mit dieser Benennung war für jeden Einheimischen auch gleich eine Lokalisierung möglich, da zu dieser Zeit mehrere Schäfereien im Ort vorhanden waren.

„Op der Schiefricht“ war um 1600 im Besitz eines Clees, der aus dem Hause Schul aus Hüpperdingen stammte und im gegenüberliegenden Hause wohnte.

 

"A Schiewesch" um 1725

Um 1725 ging die „Schiefricht“ infolge brüderlicher Erbteilung an Jean Tousaint über, der dann in dieser Zeit ein Giebelhaus an die „Schiefricht“ anbaute. Um seine Schafherde durchzufüttern übernahm er das Amt des Dorfschäfers, der als Entlohnung seine eigene Herde kostenlos über die Flur mitnehmen durfte. Sein Amt gab auch seinem Wohnhaus den Namen: „A Schiewesch“, bei Schäfers. Dieser Name ist bis unsere heutige Zeit erhalten geblieben, zusammen mit der wertvollen, sehr eigenwilligen und einfachen Bausubstanz.

 

"A Schiewesch" um 1910

1910 wurden an der Giebelfront zwei Zimmer angebaut und mit der Verlegung der Haustür eine neue Straßenfront geschaffen. Kleinere Wirtschaftsgebäude an der Rückseite des Vorplatzes sind nach der Ardennenoffensive 1950 in der jetzigen Form vergrößert worden.

 

 

 

 

"Op der Schiefricht" um 1600

Nur sehr wenige Dorfbewohner, wohnten in herrschaftlichen Häusern oder auf Gutshöfen. somit gibt "A Schiewesch" eine lebendige Darstellung der Arbeiten und Lebensgewohnheiten seiner Bewohner aus drei Jahrhunderten wieder. Zugleich ist eine gute Gesamtdarstellung ländlicher Kultur dem Besucher überliefert.

Der Lebenshauch, von 11 Generationen ist in diesem Kulturerbe noch fühlbar und sichtbar wieder zu finden. Jeder Besucher, der mit dem notwendigen Einfühlungsvermögen die zahlreichen Einzelräume betrachtet, wird das Leben unserer, und auch seiner Vorfahren wieder entdecken.

 

Bis zum Jahr 1965 war das Haus „A Schiewesch“ stets bewohnt. Da der Interessenverein seit Anfang der 70er Jahre bemüht war, ein Gebäude zu finden, um seine Sammlung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte unterzubringen, bot sich dieses Gebäude nun regelrecht an. Die Renovierungsarbeiten an diesem ersten Gebäude begannen 1983. Im Jahre 1988 konnte das Landmuseum „A Schiewesch“ erstmalig seine Tore öffnen.